Es waren alarmierende Zahlen, die die Techniker Krankenkasse zu Beginn des vergangenen Jahres der Öffentlichkeit präsentierte: Fehlzeiten aufgrund von Depressionen seien im Zeitraum von 2000 bis 2013 um fast 70 Prozent gestiegen. „Statistisch gesehen war jeder einen Tag aufgrund von Depressionen krankgeschrieben“, fasste Vorstandsvorsitzender Jens Baas die Ergebnisse des von dem Versicherer herausgegebenen Depressionsatlas Deutschland zusammen.

Wie belastet die Republik ist, zeigen zudem die Verschreibungen antidepressiver Medikamente. Auch diese steigen den Zahlen zufolge seit Jahren an. Durchschnittlich sechs Prozent der Bundesbürger nehmen demnach verschreibungspflichtige Antidepressiva.
Vier Millionen Betroffene
Die Diagnose Depression, sie scheint ein tiefgreifendes Gesundheitsproblem zu sein und die Wirtschaft immer stärker in Mitleidenschaft zu ziehen. „Es ist eine sehr langwierige Erkrankung für den Patienten, verbunden mit hohen Ausfallzeiten für die Betriebe“, so Baas.
Gesundheitsexperten sprechen längst von einer neuen Volkskrankheit. Doch wie verbreitet ist das Leiden wirklich? Jedes Jahr erkranken immerhin etwa fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 65 an einer behandlungsbedürftigen Depression. Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Schätzungen zufolge leiden derzeit vier Millionen Menschen in Deutschland an einer depressiven Episode.