Unsere Haut wirkt für die meisten chemischen und biologischen Substanzen wie eine Backsteinmauer: Die Backsteine, die toten Hornhautzellen, blockieren die Passage von großen Molekülen, der Mörtel zwischen den Steinen, die Lipidlamellen, verhindern vor allem das Eindringen von kleineren wasserlöslichen Substanzen.
Aber genau diese Schutzmauer kann auch zum Problem werden – dann nämlich, wenn bestimmte Moleküle gezielt in tiefere Hautschichten oder sogar noch weiter in den Körper eingeschleust werden sollen. In der Medizin suchen Wissenschaftler seit langem nach Methoden, bestimmte Arzneimittel durch die Haut zu applizieren
Denn ein solches Wirkstoffpflaster kann kleine Dosen beispielsweise eines Schmerzmittels auch über einen längeren Zeitraum hinweg abgeben und damit Arzt und Patient wiederholtes Spritzen oder Schlucken von Medikamenten ersparen. Andererseits werden viele Mittel bei Einnahme als Tablette auch schon im Verdauungssystem zersetzt oder greifen die Magenschleimhaut an und wirken daher weniger effektiv, als wenn sie direkt – beispielsweise über die Haut – in den Blutkreislauf eingeschleust werden.
Die „chemische Keule“ bahnt den Weg
Funktionieren tut das aber nur, wenn die Barriere Hornhaut durch Tricks durchlässiger gemacht wird – und genau daran hapert es heute vielfach noch. Die ersten „transdermal patches“ nutzten meist chemische Lösungsmittel, um die „Mauer“ zu durchdringen. Häufig landete der Wirkstoff dabei tatsächlich erfolgreich in den tieferen Hautschichten und über die Hautkapillaren im Blut – gleichzeitig aber führten die Lösemittel zu massiven Hautirritationen.