Eines der größten Hemmnisse im Klimaschutz ist nach wie vor die Angst vor wirtschaftlichen Einbußen. Und diese ist durchaus berechtigt, wie die Schätzungen verschiedener Experten zeigen. Der britische Wirtschaftsexperte Stern beispielsweise prognostiziert spürbare Einschnitte, will man das Ziel von nur zwei Grad Erwärmung erreichen:
„Die starke Reduktion der Emissionen hat ihren Preis. Die jährlichen Kosten einer Stabilisierung auf 500 bis 550 ppm CO2-Äquivalente werden bis 2050 geschätzt bei rund einem Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts liegen – ein Niveau, das zwar signifikant, aber handhabbar ist“, so Stern. Auch die Forscher des Umweltbundesamts und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung kamen 2005 zu einem Ergebnis von einem Prozent der Weltwirtschaftsleistung.

Keine angenehme Aussicht. Aber, so argumentieren sie und auch Stern: Wird dieses eine Prozent nicht investiert, zieht es weitaus drastischere Einbußen nach sich. Steigen die globalen Temperaturen nur um zwei bis drei Grad – zurzeit das Ziel aller Klimaschutzbemühungen – dann sinkt die weltweite Produktivität bereits um drei Prozent. Greifen die Maßnahmen nicht, könnten die Temperaturen um bis zu fünf Grad steigen, die Verluste wachsen dann ebenfalls auf zehn, im Extrem fall sogar auf bis zu 20 Prozent.
Extremwetter – extreme Kosten
Allein die Zunahme von Extremwetterlagen wie Stürmen, Dürren oder Starkregen könnte bis 2050 zu einem Verlust von rund 0,5 bis einem Prozent der Weltwirtschaftsleistung führen. So bedeutet beispielsweise ein Anstieg von nur fünf bis zehn Prozent in der Windgeschwindigkeit von Hurrikans für die USA die Verdopplung der durchschnittlichen jährlichen Schadensummen.