Um die Kenntnisse über die Vielfalt des Lebens zu erweitern, braucht man ein Exemplar einer neuen Art; um ihre Ausbreitung zu kennen, braucht man mehrere Exemplare. Um aber ihre Dichte zu erfassen, braucht man sehr viele. Während dreier Expeditionen zu Korallenriffen haben Census-Experten neue Methoden eingesetzt, um viele der schätzungsweise eins bis neun Millionen auf den Riffen lebenden Arten zu bestimmen. Neue molekularbiologische Techniken halfen dabei, auch umfangreiche Proben schnell zu bearbeiten.
Barcodes auch für Tiere
Das Census-Zooplankton-Team hat zum ersten Mal auch genetische Identifikationen (“Barcoding”) von Plankton an Bord eines Schiffes durchgeführt. Damit gelang es den Wissenschaftlern, eine Tätigkeit, die traditionell mehrere Jahre beansprucht, auf einige Wochen einzuengen.
Wiedersehen verloren Geglaubter
Einige verlorengeglaubte Arten sind erst im Rahmen der „Volkszählung“ wieder entdeckt worden, andere galten als selten und wurden plötzlich in bisher unerreichter Zahl aufgefunden. Manchmal ist das Auftauchen eines lange Vermissten auch ein Zeichen von im Laufe der Zeit angewachsener Häufigkeit. Eine Expedition zum Mittelatlantischen Rücken erbeutete zum Beispiel 300 Fischarten, von denen einige seit 1910 nicht mehr gesehen worden waren. Andere als selten angesehene Arten stellten
sich als überraschend zahlreich heraus. Dieser Wechsel in der Anzahl könnte entweder auf das Verschwinden von Räubern oder auf zu geringe Probengröße in der Vergangenheit hinweisen.
Datenbank des Lebens im Meer
2006 wurde durch die Verbindung von 143 Datenbanken die Anzahl der Funddaten des Census um das 2,5-fache gesteigert- von vier Millionen 2004 auf mehr als zehn Millionen. Die Anzahl der erfassten Arten stieg 2006 von 40.000 auf 75.000. Das Verzeichnis kurzer DNA-Sequenzen (oder „barcodes“) zum Bestimmen mariner Tiere wuchs auf mehr als 4.000 an, davon 2.000 Fische. Lücken in der Census-Datenbank können überdies dazu beitragen, unbekannte Regionen des Ozeans klar zu definieren.
Stand: 12.01.2007