{1r}
Im Dinosaurierpark Münchehagen sind seit fast 20 Jahren Fußspuren verschiedener Dinosaurier, darunter auch von Langhalsdinosauriern zu sehen. Entdeckt wurden die fossilen Fährten 1980 rein zufällig. In dem ehemaligen Steinbruch nahe dem Steinhuder Meer hatten Feuerwehrleute eine Übung durchgeführt und dabei eine Schlammschicht vom Sandstein weggespült. Dabei traten zahlreiche Vertiefungen zutage, die schnell als 140 Millionen Jahre alte Saurierfährten identifiziert wurden. Verschiedene Dinosaurier hatten sie damals im weichen, feuchten Boden einer Flussmündung hinterlassen.
Bis heute werden in diesem Gebiet immer neue Trittsiegel der Urzeit-Echsen entdeckt. Als ein Student beispielsweise einige Spuren Ende 2011 neu kartieren wollte, fand er 13 weitere Fußabdrücke von Langhalssauriern. Rund 250 Abdrücke verteilt auf 15.000 Quadratmeter Fläche umfasst das Naturdenkmal inzwischen. Aus den Spuren ist auch ersichtlich, wie groß allein die Füße der Sauropoden warten: Die Abdrücke ihrer Vorderfüße hatten einen Durchmesser von 75 Zentimetern, die Hinterfüße waren sogar 1,50 Meter breit.
Durch Druck und Hitze konserviert
Wie aber kann es sein, dass die Spuren im Sand über Jahrmillionen erhalten blieben? Die sogenannte Diagenese, ein Zementierungsprozess, macht es möglich. Dort, wo der Sand feucht war, aber nicht wieder vom Meer überspült wurde, erhielten sich die Fußabdrücke. Neue Schichten lagerten sich auf den Fährten ab, bis diese von 800 Meter Material bedeckt waren. „Das gibt einen irren Druck und eine hohe Temperatur, die den Sand quasi verbacken“, erklärt RUB-Forscher Tom Schanz. „Denn Sandstein ist nichts anderes als Sandkörner, die miteinander verklebt sind, zum Beispiel durch Kalk.“ Erosionsprozesse trugen die 800-Meter-Schicht schließlich wieder ab, so dass die Abdrücke an die Oberfläche traten.