Hühner werden in viel zu enge Käfige verfrachtet, Nerzen und anderen Pelztieren geht es auf den speziellen Zuchtfarmen häufig nicht anders. Schweine stehen zu Hunderten auf Spaltenböden in viel zu kleinen Ställen oder werden in Lastwagen bei größter Hitze zum Teil tausende von Kilometern – manchmal ohne Fütterung oder Tränke – bis zu ihrem Schlachtort geschaukelt.
Die moderne Landwirtschaft und insbesondere die Methoden bei der Nutztierhaltung sorgen dafür, dass der Kannibalismus auch in diesem Bereich viel häufiger vorkommt, als die breite Öffentlichkeit weiß oder vermutet.
Platzmangel führt zu grausamen Attacken
„Überbevölkerung“, Beschäftigungsmangel und Stress führen dazu, dass sich diese zusammengepferchten Tiere gegenseitig Körperteile zerbeißen oder in einem regelrechten Blutrausch ihren Artgenossen großflächige Wunden zufügen. Rangniedrige oder schwächere Tiere können sich aufgrund der engen Platzverhältnisse nicht wehren und verenden nach solchen Attacken zum Teil kläglich und unter großen Schmerzen.
Besonders vom Problem Kannibalismus betroffen ist die Geflügelhaltung. Legehennen hocken in Deutschland meist immer noch in drei bis fünf Etagen (Batterien) übereinander zu fünft in einem Käfig. Jeder Henne stehen nur etwa 450 Quadratzentimeter Fläche zur Verfügung. Zum Vergleich: Ein DIN A4-Blatt entspricht der Fläche von 550 Quadratzentimetern. Das Futter rutscht computergesteuert in die Tröge, an denen jeder Henne laut Gesetz 10 Zentimeter Fressbereich zustehen.