Um intelligente Frühwarnsysteme geht es in einem anderen, auf der CeBIT vorgestellten Projekt: Eine Software soll dabei helfen, Ausbrüche von Krankheiten zu kartieren und vor einer Ausbreitung warnen. Zukünftig könnte das System aber auch vor den Folgen schädlicher Umweltschadstoffe warnen oder Asthmatikern und Allergikern helfen, auslösende Faktoren rechtzeitig zu erkennen.

Entwickelt hat die Systeme das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe im Rahmen des EU-Projekts EO2HEAVEN. Ihre Softwarearchitektur für Frühwarnsysteme gleicht automatisch die Umwelt- und Gesundheitsdaten ab und macht die Zusammenhänge erstmals grafisch in digitalen Gefahrenkarten kenntlich. So können sich Behörden und Krankenhäuser früher auf Epidemien vorbereiten und die medizinischen Ressourcen in betroffenen Gebieten besser verteilen.
Umweltfaktoren, Gesundheitsdaten und Kartierung kombiniert
Für die Frühwarnung messen die Forscher messen zum einen mit Sensoren Umweltparameter wie Niederschlag, Sonneneinstrahlung oder pH-Wert, Temperatur und Nährstoffkonzentration im Wasser. Auch Wetter- und Klimaprognosen fließen in die Analyse ein. Zum anderen erfassen sie in Krankenhäusern und bei Ärzten mit mobilen Anwendungen Gesundheitsdaten zu Krankheitsfällen: Welche Symptome treten auf? Wo hat sich der Patient zuletzt aufgehalten?
Diese Daten werden – anonymisiert – auf einen zentralen Server bei der Gesundheitsbehörde übertragen. Mit Hilfe der neuen Software werden die Fälle nun auf einer digitalen Landkarte als rote Punkte dargestellt und durch die Wechselbeziehung mit den Umweltdaten wird ihre räumliche und zeitliche Ausbreitung aufgezeigt.