Die Europäische Raumfahrtagentur ESA denkt bereits in ganz großen Dimensionen: Sie will eine komplette Mondbasis mit 3D-Druckern bauen. Die Idee: Anstatt Unmengen von Bauteilen durch den Weltraum zu transportieren, könnte man Gebäude und andere Infrastrukturen einfach aus ohnehin auf dem Himmelskörper vorhandenen Materialien drucken – beispielsweise dem Mondregolith.
„Der 3D-Druck stellt eine potenzielle Möglichkeit dar, die von der Erde aus notwendige Logistik zu reduzieren und die Besiedlung des Mondes damit zu erleichtern“, sagt Scott Hovland von der ESA. Großformatige Drucker könnten nach den Berechnungen der Experten Bauraten von zwei bis 3,5 Metern pro Stunde erreichen und so innerhalb einer Woche ein komplettes Gebäude für die ersten Siedler erschaffen.
Auf dem Mond Fiktion – auf der Erde Realität
Bislang ist das zwar noch Zukunftsmusik. Denn Faktoren wie der Schutz gegen Mondstaub – sehr gefährlich, wenn er in die Atemwege gelangt – erfordern weitere Studien. Ein anderer Knackpunkt: Das 3D-Druckverfahren funktioniert am besten bei Raumtemperatur. Die Temperaturen auf dem Mond schwanken zwischen den Tagen und den zwei Wochen langen Mondnächten jedoch enorm.
Auf der Erde ist man allerdings bereits einen bedeutenden Schritt weiter. Schon heute entstehen hier Gebäudeteile aus einer Paste von Bauschutt, schnell trocknendem Zement und einem speziellen Härtungsmittel, die ein 3D-Drucker Schicht für Schicht aufbaut. In China entstand auf diese Weise bereits eine Luxusvilla, in Dubai das erste komplett aus dem Drucker gefertigte und tatsächlich genutzte Bürogebäude der Welt.