Dass durch den Klimawandel Gletscher schmelzen und Meeresspiegel steigen, ist nicht neu. Weniger bekannt ist vielleicht, dass die globale Erwärmung auch den Winterschlaf und die Winterruhe der Tiere durcheinander bringt. Indizien dafür haben beispielsweise Forscher um Vladimir Aramilev von der Russischen Akademie der Wissenschaften im südöstlichsten Zipfel Sibiriens nahe der chinesischen Grenze entdeckt.
Bären missachten Winterruhe
Das Team beobachtete dort im Jahr 2005, dass die Bären nicht mehr wie früher üblich ihre Winterruhe halten, sondern ungewöhnlich aktiv sind. Das betrifft vor allem die Männchen, die kaum noch schlafen und stattdessen rastlos die Gegend unsicher machen. Laut der 3sat-Sendung „nano“ vermutet Aramilev, „die Klimaerwärmung könne für das Phänomen verantwortlich sein, das schon seit mehreren milden Wintern beobachtet werde.“
Rastlose Braunbären
Bestätigt wurden diese Funde später von spanischen Forschern. Diese stellten im Winter 2006/2007 fest, dass es den europäischen Braunbären im Norden des Kantabrischen Gebirges offenbar ähnlich geht wie ihren Vettern in der russischen Region Primorje. Hier waren es allerdings Mütter mit ihren Jungen, die unbeirrt von der Jahreszeit in den Wäldern umherstreiften.
Auch die Wissenschaftler der spanischen Braunbär-Stiftung vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Ende der Bärenruhe und wärmeren Temperaturen beziehungsweise abnehmenden Schneefällen. Denn dadurch stehen den Tieren nahezu das ganze Jahr über Nahrungsquellen wie Nüsse und Beeren in ausreichender Menge zur Verfügung.