Große Tiere sind ziemlich sparsam: Der Elefant verbraucht weitaus weniger Energie für Bewegung und Aufrechterhaltung seiner Körpertemperatur als die Maus. Die Riesen des Tierreichs leben gleichsam in Zeitlupe: Ihr Herz schlägt langsamer, sie atmen seltener und haben dafür meist eine erheblich längere Lebendauer als kleinere „schnellebigere“ Tiere. Während der Elefant auf „Sparflamme“ daher nur fünf Prozent seines Körpergewichts am Tag als Nahrung aufnehmen muss, braucht beispielsweise ein Singvogel das doppelte seines Gewichts, um nicht zu verhungern.
Fleisch- oder Pflanzenfresser?
Wie groß ein Riese werden kann, hängt nicht nur von der benötigten Nahrungsmenge, sondern vor allem auch von der Ernährungsweise ab: Vergleichende Studien haben gezeigt, dass die größten Fleischfresser eines Gebietes fast immer kleiner sind als die im gleichen Lebensraum vorkommenden pflanzenfressenden Riesen. Der Grund ist die nach oben hin immer schmaler werdende Nahrungspyramide: Den auf einer niedrigeren trophischen Ebene angesiedelten Pflanzenfressern steht im Durchschnitt fünf bis 20 Mal mehr Nahrung zur Verfügung als räuberischen Tierarten. Unter anderem deshalb sind auch die größten fleischfressenden Dinosaurier um bis zu mehrere Meter kleiner als ihre weidenden Zeitgenossen.
Eine Frage der Temperatur
Weil „Riesen“ im Verhältnis zu ihrem Volumen eine kleinere Oberfläche haben, sind sie auch besser gegenüber der Umgebungstemperatur isoliert. Besonders in gemäßigtem und kühlerem Klima bedeutet dies für warmblütige Tiere eine enorme Ernergieersparnis. Unter anderem deshalb sind viele der Tierarten, die heute in den Polargebieten leben, größer und gedrungener als ihre tropischen Verwandten.
Gleichzeitig kann genau diese gute Wärmeisolierung in heißen Regionen auch ein Nachteil für einen Riesen bedeuten: Überschüssige Wärme kann er nur schwer wieder loswerden, er muss daher spezielle „Klimaanlagen“, wie beispielsweise die Ohren beim Elefanten, entwickeln.