Im Schlaf wird unser Gehirn entrümpelt, Eindrücke des Tages werden sortiert und verworfen oder abgespeichert. Damit wird auch der Grundstein für Lernprozesse gelegt. Erst beim Schlafen gelangen neue Erkenntnisse vom Arbeits- ins Langzeitgedächtnis – das ist schon bei Säuglingen so.
Experimente zeigen, dass sich Babys nur nach einem anschließenden Nickerchen an neu gelernte Dinge erinnern. Ihr Schlafbedürfnis ist in den ersten Monaten so hoch wie in keiner anderen Lebensphase. Denn im Gehirn laufen in dieser Zeit enorme Wachstums- und Reifungsprozesse ab. Nie wieder lernt der Mensch so viel wie in den ersten Wochen und Monaten seines Lebens.
Bewusst und unbewusst
Während des Schlafs festigen sich unter anderem Erinnerungen im sogenannten prozeduralen Gedächtnis. Dank dieses Speichers können wir einmal gelernte Bewegungsabläufe, etwa beim Gehen, Fahrradfahren oder Klavierspielen, später unbewusst ausführen: Wir machen uns über die Tretbewegungen, die Balance oder die Fingerfolge keine Gedanken mehr. Sie funktionieren automatisch, obwohl wir sie nicht bewusst abrufen.
Auch im bewussten, dem deklarativen oder Wissensgedächtnis genannten Erinnerungsspeicher verankert sich neu Gelerntes im Schlaf besonders gut. Ob Vokabeln, Rechenregeln oder die Erinnerung an den ersten Kuss: All diese Inhalte können wir bewusst wiedergeben, wenn sie einmal im Gedächtnis gelandet sind.