Wasserbüffel, die sich mit Pflügen mühsam den Weg durch die Reisfelder bahnen, Bauern, die bis zu den Knien im Wasser stehen und Pflanzen setzen, Reisterrassen so weit das Auge reicht – so oder so ähnlich stellt man sich bei uns den Reisanbau vor. Und viel hat sich tatsächlich nicht verändert, seitdem die Chinesen um 3.500 vor Christus, damit begannen, Reis zu kultivieren und systematisch anzubauen. Heute lebt die Hälfte der Weltbevölkerung, rund drei Milliarden Menschen, in erster Linie von Reis – Tendenz steigend.
Kein Wunder, dass man in vielen Regionen Asiens die Reispflanze noch als Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit verehrt und den Reis als Segen für die Menschheit bezeichnet. Forscher warnen jedoch seit Jahren vor den Folgen des Reisanbaus und bezeichnen ihn sogar als ernste Gefahr für das Weltklima.
Wissenschaftler unter anderem vom International Rice Research Institute haben festgestellt, dass bei der Jahresproduktion von knapp 600.000 Tonnen Reis weltweit gewaltige Mengen an Methan freigesetzt werden. Wieviel des gefährlichen Treibhausgases genau in die Atmosphäre gelangen, ist schlecht zu messen. Die Forscher gehen aber davon aus, dass rund 100 Millionen Tonnen Methan auf das Konto dieser Ackerfrucht gehen. Dies ist immerhin etwa ein Fünftel aller Methanemissionen weltweit.
Reisfeld ist nicht gleich Reisfeld
Während so genannter Trocken- oder Bergreis, der auf nicht überflutete Ackerflächen gestreut wird, kein Methan liefert, sind die viel häufigeren und ergiebigeren Nassreisfelder der Ursprung allen Übels.