Eigentlich hat der Flug in einem Flugzeug all das, was ein Teleskop normalerweise absolut nicht gebrauchen kann: Es vibriert ständig, durch die offene Teleskopluke pfeift der Wind und die Position des Flugzeugs ändert sich auch ständig. Wie aber schafft es die fliegende Sternwarte SOFIA, trotzdem klare Bilder zu liefern?

Die Aufhängung: Schutz vor Wind und Stößen
Die Ingenieure der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben sich dafür einiges einfallen lassen. Um die Schwankungen und Vibrationen des Flugzeugs auszugleichen, ist SOFIA nicht direkt mit der Bordwand der Boeing verbunden. Stattdessen ruht das Teleskop in einer mit unter Druck stehendem Öl gefüllten Halterung. Diese Ölwanne absorbiert das Rütteln und Vibrieren und gibt die Erschütterungen nicht an SOFIA weiter. Zusätzlich sorgen Dämpferelemente und Federn dafür, dass das Teleskop ruhig liegt.
„Dadurch bleibt das Teleskop so stabil, als wenn es auf der Erde auf einem zehn Meter dicken Betonfundament ruhen würde“, erklärt die NASA auf ihrer SOFIA-Website. Zusätzlich sorgen drei Gyroskope dafür, dass SOFIA auch bei plötzlichen Manövern immer in der richtigen Lage bleibt, um sein Ziel anvisieren zu können.

Aber was ist mit dem Fahrtwind? Immerhin rast das Flugzeug mit bis zu 800 Kilometern pro Stunde durch die Atmosphäre. Auch wenn diese oberhalb von zwölf Kilometern Höhe schon reichlich dünn ist, bleibt noch genügend Wind übrig, um einiges an Störungen zu verursachen. Im Bereich des sichtbaren Lichts sei dies in der Tat ein Problem, erklären die NASA-Ingenieure. Denn die an der Luke vorbeiströmende Scherschicht senke in den kurzen Wellenlängen die Auflösung des Teleskops auf drei Bogensekunden. Im Infrarotbereich sei dies allerdings weniger ein Problem.