Am 2. Oktober 1836 erreicht die Beagle wieder die britische Küste. Zunächst lässt sich Darwin in London nieder und setzt sich neben der Auswertung der fünfjährigen Forschungsreise mit einer anderen schwerwiegenden Fragestellung auseinander … mit dem Für und Wider der Ehe.
Die Ehe ist für den wohl eher unromantisch veranlagten Charles Darwin nicht unbedingt eine der drängendsten Fragen zum Thema Lebensführung. Mehr dem Wunsch seines Vaters als dem eigenen Bedürfnis folgend, wägt der mittlerweile Dreißigjährige die Vor- und Nachteile des Alleinseins mit der ehelichen Gemeinsamkeit ab. Er entschließt sich dann doch für am Kamin zu verbringende Abende mit einer Gattin, weibliche Plauderei, lästige Verwandtenbesuche und die im Viktorianischen Zeitalter übliche reiche Kinderschar. Darwin geht auf Brautschau.
Seine Wahl fällt auf ein Mitglied einer seit Generationen eng befreundeten Familie, auf seine Cousine Emma Wedgwood. Sie ist wohlhabend, gebildet, und als Schülerin von Chopin wohl auch recht musikalisch – die angenehmen Abende im Familienkreis sind gesichert. 1842 zieht das Ehepaar zur Familiengründung aus der Großstadt London fort in das Dorf Down in der Grafschaft Kent. Bis zu seinem Lebensende wird Charles Darwin seinen Wohnsitz nicht mehr wechseln.
Die angestrebte Familie stellt sich bald ein und wächst rasch. Charles und Emma Darwin werden im Laufe von 17 gemeinsamen Jahren zehn Mal Eltern. In der Zurückgezogenheit des ländlichen Down lebt die Familie ein viktorianisches Familienidyll. Alltagsleben und -arbeit von Darwin sind von einer ausgesprochenen Gleichförmigkeit gekennzeichnet, die seinem Lebensrythmus, vor allem aber seinem angegriffenen Gesundheitszustand entspricht. Dauerhafte gesundheitliche Probleme hat er sich seit seiner Fahrt mit der Beagle durch einen Wanzenstich die „Chara-Krankheit“, eine chronische Virusinfektion, zugezogen, die ihn bis zu seinem Lebensende verfolgen soll.