Während eine Maus mit zwei Jahren bereits geradewegs auf ihr Lebensende zusteuert, steckt ein Nacktmull in diesem Alter fast noch in den Kinderschuhen. In Nager-Maßstäben gemessen kann Heterocephalus glaber nämlich steinalt werden: 20 bis 30 Jahre erreichen die meisten Exemplare – und bleiben dabei auch noch bis zuletzt fit. Es scheint, als ob der Nacktmull über eine Art inneren Jungbrunnen verfügt.

Ewig jung?
Ein Grund für seine scheinbar ewige Jugend ist sicherlich, dass das Nagetier nie an Krebs erkrankt. Doch das ist noch nicht alles: Die Zellen des Nacktmulls altern auch insgesamt viel langsamer als die anderer Säugetiere. Der Prozess der Zellalterung zeigt sich normalerweise durch vielfältige Symptome: Der Stoffwechsel wird langsamer und fehleranfälliger, die Zellen können nicht mehr so gut mit Stress umgehen. Erkrankungen wie Krebs, Arteriosklerose, Diabetes oder Alzheimer können die Folge sein.
Der Nacktmull zeigt all solche Alterserscheinungen nicht. Altern – das scheint im Leben des Nagers im Gegenteil so gut wie gar keine Rolle zu spielen, wie Untersuchungen von Rochelle Buffenstein vom Forschungsunternehmen Calico in San Francisco eindrucksvoll belegen. So haben die Wissenschaftlerin und ihre Kollegen erst kürzlich herausgefunden, dass der Nacktmull von einem Muster abweicht, das ansonsten für alle Säugetiere auf diesem Planeten gültig ist: Mit zunehmendem Alter steigt die Sterblichkeit.
Risiko bleibt gleich
Mathematisch lässt sich dieser Zusammenhang mit der nach einem britischen Forscher benannten Gompertz-Funktion darstellen. Demnach nimmt die Mortalität eines ausgewachsenen Säugetiers exponentiell mit seinem Alter zu. Für einen Menschen bedeutet das zum Beispiel konkret, dass sich sein Sterberisiko ab einem Alter von 30 Jahren alle acht Jahre in etwa verdoppelt.