Fast unmerklich beginnt sie, die totale Sonnenfinsternis: Wenn der Mond seinen Weg quer über die Sonnenscheibe beginnt, fehlt zunächst nur ein kleiner Happen am westlichen Sonnenrand. Noch sieht man am Himmel kaum eine Veränderung, nichts scheint zu geschehen. Doch die ersten Vorboten der kommenden Finsternis sind schon da:
Lichtsicheln
Normalerweise erscheinen die winzigen Lichtpunkte, die entstehen, wenn Sonnenlicht durch die Blätter eines Baumes fällt, punktförmig. Jetzt aber, während langsam immer mehr von der Sonnenscheibe „verschlungen“ wird, leuchten am Boden Hunderte winziger Sicheln – getreue Abbilder der dezimierten Sonne. Diesen Effekt kann man auch gut beobachten, wenn man das Sonnenlicht durch ein feines Sieb oder ein Blatt mit einem kleinen Loch fallen lässt.
Fliegende Schatten
Wenn nur noch eine schmale Sonnensichel am Himmel steht, tritt oft noch ein seltsames Schattenphänomen auf: Auf den hellen Flächen bewegen und schlängeln sich plötzlich dünne wellenartige Linien, abwechselnd hell und dunkel, ähnlich wie die Lichteffekte am Grund eines Schwimmbeckens. Diese sogenannten „Fliegenden Schatten“ entstehen, wenn das verbleibende Sonnenlicht durch Luftschlieren in der Erdatmosphäre verzerrt wird.
Perlschnur und Diamantring
Jetzt ist es fast soweit: die schmale Sonnensichel beginnt völlig zu verschwinden, das Licht wird fahl. Doch bevor der Mond sie endgültig verschluckt, leuchten noch einige hellere Lichtflecken im Lichtring um den Mondschatten. Unregelmäßig am Rand des Schattens aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur tritt dieses „Perlschnur-Phänomen“ bis zu 15 Sekunden vor der Totalität auf. Es entsteht dadurch, dass einige Sonnenstrahlen durch die Täler und Gräben der Mondoberfläche scheinen und die Erde gerade noch erreichen.