Wird ein Asteroid mit Einschlagspotenzial entdeckt, bleiben möglicherweise nur wenige Jahre, bis er die Erde trifft. Sanfte Methoden wie der Gravity Tractor kommen dann nicht mehr in Frage – wohl aber ein nachdrücklicher Schubs. Der Vorteil bei einem solchen kinetischen Impaktor: Erfolgt der Schubs früh genug, dann reicht ein Ablenken um wenige Zentimeter, um die Flugbahn des Asteroiden an der Erde vorbei zu lenken.

Ablenken durch Rammen
Für diese Methode entscheiden sich auch die NASA-Experten im Szenario der Katastrophen-Übung von 2014: Um den Einschlag des Asteroiden 2014 TTX im Jahr 2021 zu verhindern, sollen zweieinhalb Jahre davor mindestens zwei rammbockartig verstärkte Raumsonden auf dem Asteroiden einschlagen. Wenn sie mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Sekunde auftreffen, übertragen sie einen beträchtlichen Teil ihrer kinetischen Energie auf ihr Ziel.
Im Idealfall reicht dieser Impulstransfer aus, um den Asteroiden ein wenig abzubremsen oder seinen Kurs leicht zu ändern. Experten haben ausgerechnet, dass bei einem Objekt in zehn Jahren Entfernung schon eine Abbremsung von einem Zentimeter pro Sekunde reichen würde, um die Erde zu retten. Besonders gut könnte dies funktionieren, wenn der Einschlag der Sonde dem Brocken nicht nur einen Schubs gibt, sondern auch noch möglichst viel Material ausschleudert. Das gibt zusätzlichen Rückstoß.
„Nicht ohne Risiko“
„Das ist meiner Meinung nach eine sehr realistische Methode“, meint Alan Harris vom DLR. „Sie ist aber auch nicht ohne Risiko.“ Eines der Probleme: Besteht der Asteroid porösem Material oder sogar nur losem Geröll, dann verpufft die Energie des kinetischen Impaktors fast völlig. Noch schlimmer wäre es, wenn der Aufprall der Sonde zu einem Auseinanderbrechen eines solchen instabilen Asteroiden führt. Denn dann würden der Erde gleich mehrere verheerende Einschläge statt nur eines Treffers drohen.