Baden in Eselsmilch, geräumige Paläste, eifrige Sklaven und Diener – der gängigen Vorstellung nach fehlte es den Pharaonen Ägyptens und ihren Familien an kaum einer Annehmlichkeit. Und auch für das leibliche Wohl war stets gesorgt. Aber waren sie deshalb auch gesünder als ihre Zeitgenossen? Und wie lange lebten die Könige und Eliten vor rund 3.700 Jahren?

Dieser Frage sind spanische und ägyptische Forscher im Sommer 2013 nachgegangen. Sie haben dafür mehr als 200 Mumien aus der Totenstadt Qubbet el-Hawa nahe der heutigen Stadt Assuan untersucht. Die Toten umfassten Angehörige von drei verschiedenen Herrscherdynastien, die in der Nekropole am Berghang begraben wurden.
Verdächtig junge Mumien
Das Überraschende daran: Unter den Mumien waren auffallend viele junge Erwachsene im Alter zwischen 17 und 25 Jahren. Auch zahlreiche Kinder fanden sich unter den Toten. Aber warum? Was hatte diese Prinzen und Prinzessinnen in einem so jungen Alter getötet? Unfälle, Totschlag oder Krieg konnten es nicht gewesen sein, sagen die Archäologen. Denn an den Kindermumien fanden sich keine Spuren von Verletzungen, Brüchen oder anderen Knochentraumata.
Die Forscher tippen daher eher auf Krankheiten. Ihre Hypothese: Eine einseitige Ernährung und unzureichende Hygiene brachten dem ägyptischen Nachwuchs den frühen Tod. Sie könnten die Kinder trotz ihres Reichtums und ihrer privilegierten Stellung anfällig für Infekte und Parasiten gemacht haben.