Der Kampf gegen den Klimawandel ist nur mit Verbündeten zu gewinnen – der Wald kann einer davon sein. Er ist ein natürlicher Gegenspieler von Öl und Kohle, denn Bäume nehmen Kohlendioxid auf, wandeln es mithilfe des Sonnenlichts in Zucker um und bauen damit unter anderem Holz auf.

Aufforstung gegen den Klimawandel
Ein Kubikmeter Holz enthält im Schnitt etwa 0,3 Tonnen Kohlenstoff, was rund einer Tonne CO2 entspricht. So entziehen Wälder der Atmosphäre riesige Mengen des Treibhausgases und sind neben den Ozeanen weltweit eine der großen Kohlenstoffsenken, wie es im Fachjargon heißt – in Deutschland sogar die größte.
Forscher der ETH Zürich um Jean-François Bastin haben sogar berechnet, dass eine großflächige Aufforstung das Klimaproblem zumindest für die nächsten Jahrzehnte lösen könnte. Dass das realistisch ist, bezweifeln jedoch viele Fachleute, unter anderem, weil man dazu ein Gebiet von der Größe der USA bewalden müsste und geeignete Flächen infolge des Klimawandels immer knapper werden. Dies dürfte vielerorts die Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion verschärfen.
Patient Wald
Die Entwicklung weist derzeit ohnehin in die falsche Richtung. Laut UNWaldzustandsbericht 2020 verschwinden jedes Jahr rund zehn Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammengenommen. In Brasilien brennen Plantagenbesitzer den Amazonas-Regenwald nieder, ermuntert von einem Präsidenten, dem der Export von Agrarprodukten – nicht zuletzt nach Europa – wichtiger ist als Klima und Umwelt.