Spätestens Anfang der 1970er Jahre ist der Fall klar. Der Siegeszug von Satelliten im Bereich des Fernsprechverkehrs und allgemein der Telekommunikation scheint nicht mehr aufzuhalten. Nach Pilotprojekten unter den Nachrichtensatelliten wie SCORE, Echo1 oder Telstar werden immer mehr dieser künstlichen Himmelskörper in die Erdumlaufbahn geschossen. Sie übertragen Fernseh- und Radiosendungen und erlauben das Telefonieren von Europa nach Übersee. Die Zeit der Seekabel ist abgelaufen – so scheint es zumindest.
Glasfasern für bessere Seekabel
Doch weit gefehlt. Denn heute haben sie den Satelliten längst wieder den Rang abgelaufen. Verantwortlich dafür ist allerdings eine neue Generation von Seekabeln, die statt auf Kupfer und Elektronen als Informationsträger auf ein ebenso alt bekanntes Material setzt: Glas. Daraus werden in einem komplizierten Verfahren so genannte Glasfasern hergestellt, die nur etwa ein Drittel des Durchmessers eines menschlichen Haars besitzen. Das Besondere an diesem Hightech-Material: Es leitet Licht außerordentlich effektiv. Und dieses Licht gilt seit einiger Zeit als Informationsträger der Zukunft.
Denn die Lichtteilchen, die so genannten Photonen, die mit Informationen bestückt durch das Quarzglas der winzigen Fasern flitzen, haben einige Vorteile. So müssen sie nicht wie Elektronen im Kupferkabel mit hohen Widerständen kämpfen. Deshalb verlieren sie auch in tausende Kilometer langen Glasfaserleitungen kaum an Schwung und sind dort noch immer annähernd mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Darüberhinaus können die verschiedenen Wellenlängen des Lichts alle mit unterschiedlichen Informationen versehen werden, die dann gleichzeitig auf die Reise gehen. Das macht den Datenverkehr mithilfe von Licht noch schneller und effektiver.
15 Millionen Telefongespräche gleichzeitig
Datenübertragungsraten von 160 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) pro Glasfaserpaar sind daher heute längst Standard. So wie bei TAT-14, dem Trans Atlantic Telephoncable Nummer 14, das seit März 2001 Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet. Durch das von 50 verschiedenen Telekommunikationsgesellschaften – darunter auch die deutsche Telekom – auf den Weg gebrachte Projekt konnte der Datenfluss über den Atlantik verfünffacht werden.