
Argentinosaurus, Iguanodon, Triceratops, Allosaurus und natürlich T.rex: Viele hundert verschiedene Saurierarten sind bisher weltweit anhand von Fossilien bestimmt worden. Neben echten Dinosauriern, die es ausschließlich auf dem Land gab, gehörten dazu auch zahlreiche im Wasser lebende Ichthyosaurier und Flugsaurier, so genannte Pterosaurier. Viele Überreste der „schrecklichen Echsen“ – der Begriff Dinosaurier setzt zusammen aus den griechischen Worten „deinos“ (= schrecklich) und „sauros“ (= Echse) – stammen aus China, Argentinien, den USA und Kanada. Aber auch in Frankreich, der Mongolei und in vielen anderen Regionen weltweit wurden schon Saurierknochen, -eier oder –fährten gefunden.
185 Millionen Jahren Fossilien
Aber ist auch Deutschland ein Saurierland? Bei einer Umfrage würde man sicher zunächst ein spontanes und heftiges Kopfschütteln als Reaktion ernten. Erst nach längerem Nachdenken könnten sich einige der Interviewten vielleicht an die Archaeopteryx-Funde aus den Solnhofener Plattenkalken oder aus Eichstätt in Bayern erinnern.
Doch dass hierzulande noch mehr als nur Urvogel-Fossilien im Boden schlummern, hat sich im Juli 2007 gezeigt – wieder einmal. Denn da entdeckten Forscher des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in einer Tongrube im Kreis Höxter die Überreste eines riesigen, vier Meter langen, meeresbewohnenden Schwimmsauriers.
Das Ungewöhnliche an dem Fund ist nach Angaben der Wissenschaftler vor allem seine Seltenheit: Bisher wurde in Norddeutschland nie zuvor ein vollständig erhaltenes Skelett eines solchen Tieres ausgegraben. Es handelt sich bei dem gewaltigen Relikt aus der Urzeit vermutlich um einen Plesiosaurier. Seine fossilen Knochen werden auf ein Alter von rund 185 Millionen Jahren geschätzt, das Zeitalter des Unteren Jura. Eine abschließende Bestimmung des Fundes, der aus Sedimentblöcken geborgen wurde, steht aber noch aus.