Das Messer rutscht ab und schneidet statt der Gurke in die Haut. Was geschieht?
In der Haut sitzen neben zahlreichen Sensoren für Hitze, Kälte oder Druck auch spezielle Schmerzsinneszellen, die Nozizeptoren. Diese komplexen Nervenendigungen registrieren die Verletzung der Haut und beginnen sofort zu „feuern“: Elektrische Impulse signalisieren Gefahr.
Damit diese Warnung nicht erst im Gehirn ankommt, wenn jede Reaktion schon zu spät wäre, wird das Gefahrensignal quasi auf die „Überholspur“ geschickt: In besonders schnell leitenden Nervenfasern, den so genannten A-Delta-Fasern schießt es mit einer Geschwindigkeit von 14 Metern pro Sekunde Richtung Gehirn – schneller als alle anderen Sinnesreize.
Und nicht nur das: Die sozusagen „mit Blaulicht“ transportierten Schmerzsignale erhalten auch absoluten Vorrang vor allen anderen Reizen. Sie lösen den stechenden, durchdringenden Erstschmerz aus, der uns dazu bewegt, sofort zu reagieren: Wir zucken vor der Flamme zurück oder lassen das Messer fallen.