Für die Desertifikation werden oft Nomaden, die mit ihren Rinder-, Ziegen- oder Kamelherden vor allem in den Wüstenrandgebieten umherziehen, verantwortlich gemacht. Aufgrund ihrer großen Zahl an Rindern bleibe „nichts als verwüstetes Land“ hinter ihnen übrig.
Aufgrund eigener Untersuchungen im Sudan kommt der Bayreuther Geograph Fuad Ibrahim jedoch zum gegenteiligen Ergebnis. Er hält die nomadische Viehhaltung für die am besten abgepaßte Nutzungsweise in der Wüstenrandzone. Häufig wird der Nomadismus inzwischen sogar als besonders umweltfreundlich angesehen. Dies liegt vor allem an der großräumigen Nutzung der Wüstenrandgebiete.
Die Tuareg im Niger oder in Mali legen im Laufe eines einzigen Jahres auf ihren Wanderungen mehr als eintausend Kilometer zurück. Einige Nomadengruppen verfügen sogar über Reservegebiete, die in „normalen“ Jahren nicht beweidet, sondern erst bei einer Dürre aufgesucht werden. Dies verhindert, daß die bisher beweideten Flächen übernutzt werden müssen und es als Folge zur Verwüstung kommt.
Ganz anders dagegen verhalten sich die seßhaften Bauern. Ihre Tiere grasen meistens im näheren Umkreis der Dörfer. Zudem wird wegen des Brennholzbedarfes die Vegetation vorgeschädigt. Wenn dann eine Dürre eintritt und die letzten Bäume und Sträucher kahlgefressen und abgeholzt werden, kommt es zur Desertifikation. Ein weiterer Vorteil der nomadischen Viehhaltung liegt in der vielfältigen Zusammensetzung der Herden.