Am 26. April 1986 ereignete sich im Reaktorblock 4 der Kernkraftwerksanlage bei Tschernobyl in der Ukraine der bisher größte nukleartechnische Unfall. Durch eine Explosion wurden riesige Mengen radioaktiven Materials in die Atmosphäre geschleudert und ein zehn Tage lang währendes Feuer in der Reaktoranlage setzte weitere große Radionuklidmengen frei.
Kernbrennstoffteile und größere radioaktive Aerosole lagerten sich in der Umgebung des Reaktors ab, kleine radioaktive Aerosole und Gase verteilten sich dagegen weiträumig über den gesamten europäischen Kontinent. Selbst in zweitausend Kilometern Entfernung vom Unglücksort führten Regenfälle zu beträchtlichen Ablagerungen von Radionukliden aus dem Unglücksreaktor.
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Mehr als 300.000 Menschen wurden aus den hoch kontaminierten Gebieten evakuiert oder umgesiedelt. Viele derjenigen, die in radioaktiv belasteten Regionen wohnten oder immer noch wohnen, müssen mit dem Stigma ‚Tschernobyl-Opfer’ leben. Dies führte zu massiven psychologischen und soziologischen Problemen.