Die Lautsprache ist unser wichtigstes Mittel zur Kommunikation – und das Werkzeug dafür ist unsere Stimme. Schon Babys fasziniert es auszuprobieren, zu welchen stimmlichen Äußerungen sie fähig sind. Früh beginnen sie zu brabbeln, zu quietschen oder zu prusten, bevor sie später mit den ersten Worten experimentieren. Doch wie funktioniert Stimme eigentlich?
„Ein Ton ist ausgeatmete schwingende Luft, die zum Klingen gebracht wird – das Ergebnis eines komplexen Prozesses“, erklärt die Psychologin und Phoniatrie-Expertin Christiane Kiese-Himmel. So arbeiten beim Sprechen eine Vielzahl von Strukturen in Bauch, Brust, Hals und Kopf koordiniert zusammen. Das zentrale Nervensystem steuert und kontrolliert diese Abläufe.
Vokaltrakt als Verstärker
Alles beginnt dabei mit der Atmung: Soll ein Ton entstehen, muss Luft durch den Kehlkopf fließen. Denn dort sitzt das Zentrum der Stimmerzeugung, werden die Stimmlippen in Schwingung versetzt. Diese von Schleimhaut überzogenen muskulären Gewebestrukturen sind im Volksmund als Stimmbänder bekannt, obwohl diese nur ein Teil der Stimmlippen sind.
Vom Kehlkopf strömt die schwingende Luft weiter durch Rachen, Mund und Nase. In diesem sogenannten Vokaltrakt verbirgt sich der eigentliche Klangraum. Er wirkt wie ein Verstärker und macht aus dem von den Stimmlippen erzeugten Geräusch einen gut hörbaren Ton. Die Bewegungen von Zunge, Lippen und Gesichtsmuskeln variieren die Stimme.