Artur Tschilingarow ist einer der bekanntesten Wissenschaftler Russlands. Das liegt nicht nur daran, dass er im Alter von 70 Jahren immer noch als Biologe und Polarforscher tätig ist. Tschilingarow war an der russischen Nordpol-Expedition Jahre 2007 beteiligt und ist einer von nur sechs Wissenschaftlern, die in einem U-Boot unter den Nordpol und bis auf eine Tiefe von mehr als 4.500 Metern abtauchten. Hier pflanzte Tschilingarow die russische Flagge auf den Meeresgrund, den Nordpol als „Teil der russischen Landmasse“ reklamierend.
Ein Patriot auf Tauchmission
Die Unterstützung des Kremls hat Tschilingarow nach so viel Patriotismusdemnach, und nach dem Tauchgang am Nordpol soll nun der Baikalsee für weitere Rekorde sorgen. Mit etwa 1.640 Metern Tiefe hat der Baikal dazu auch Potenzial, denn er reicht damit bereits in Tiefen, die eigentlich der ozeanischen Tiefsee zuzuordnen sind. Alles was mehr als 1.000 Meter unter der Meeresoberfläche liegt, zählen Wissenschaftler dazu. Wie tief der Baikalsee wirklich ist, ist nicht sicher. Bisher beruhten die Schätzungen auf purer Mathematik, so Tschilingarow.
Im August vergangenen Jahres wollte Tschilingarow deshalb am Baikalsee einen erneuten Test machen und gleichzeitig einen Tauchrekord aufstellen. Mit zwei kleinen Tauchgeräten, den Mini-U-Booten Mir-1 und Mir-2, die schon Regisseur James Cameron zum Abfilmen der echten Titanic nutzte, ließen er und seine Kollegen sich auf den Grund des Baikals hinabsinken. Drei Personen haben pro U-Boot Platz, rund 60 Tauchgänge absolvierten die Wissenschaftler.
Fast ein Rekord
Schließlich meldete die russische Presse-Agentur ITAR-Tas Ende Juli 2008 den Vollzug: Die Taucher hätten eine Tiefe von 1,680 Metern erreicht. Doch kurz darauf die Korrektur. Tatsächlich waren die U-Boote nur bis in 1.590 Meter Tiefe vorgestoßen und dort über fünf Kilometer am Boden entlang geschwommen.