Wüsten sind nicht „öd und leer“. Neben Pflanzen und Tieren gibt es auch Menschen, die sich an die extremen Bedingungen angepaßt haben und zum Teil seit Jahrtausenden dort leben. Die Methoden des Überlebens sind vielfältig. Beispiele für solche Wüstenvölker sind die Tuareg, die mitten in der Sahara leben, und die Buschleute der Kalahari. Auch die Wanderarbeiter aus Mali zeigen einen Weg mit der Trockenheit zu leben.
Die Kel Ewey-Tuareg wohnen seit Jahrhunderten im Aïr, einem in der südlichen Zentralsahara im Staat Niger gelegenen Gebirge. Im Vergleich mit der umgebenden Wüste sind die 50 bis 150 Millimeter Niederschlag, die im Aïr jährlich in der Regenzeit (Juli bis September) fallen, viel. Der Regen ermöglicht nicht nur Viehwirtschaft, sondern auch einen auf Bewässerung beruhenden Gartenbau. Die Wirtschaft der Tuareg setzt sich aus den folgenden vier Elementen zusammen:
Durch den Karawanenhandel versorgen sich die Tuareg mit dem Grundnahrungsmittel Hirse. Im Oktober ziehen die Kel Timia zunächst 500km durch die Wüste nach Osten, um in Bilma gegen Bargeld oder im Tausch gegen Hirse oder Gartenprodukte Salz und Datteln zu erwerben. Nun kehren sie ins Aïr zurück und ruhen dort einige Wochen aus, um dann im Dezember ins südlich gelegene Hausaland bis zu dem 900km entfernten, in Nigeria gelegenen Kano zu ziehen. Dort verkaufen sie Salz und Datteln und erwerben aus dem Erlös vor allem Hirse, aber auch Kleidung und andere Produkte ein. Eine große Kamelladung Hirse (180kg) genügt einer Person für ein Jahr.
Der Karawanenhandel ist mit einer nomadischen Kamelhaltung verbunden. Die Kamele weiden in der Regenzeit (Juli bis September) und ebenso während der kurzen Ruhepause nach ihrer Rückkehr aus Bilma (November) im Aïr. Danach ziehen sie ins Land der Hausa und halten sich dort während der kalten Trockenzeit (Dezember bis Februar), eventuell auch während der heißen Trockenzeit (April bis Juni) auf. Das letztere ist dann der Fall, wenn im Aïr aufgrund einer schlechten Regenzeit ungünstige Weideverhältnisse herrschen.