
Tintenfische sind nicht nur trickreich, sondern auch erstaunlich schnell. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu drei Meter pro Sekunde, so haben Wissenschaftler ermittelt, schießen sie bei Gefahr oder während der Jagd durchs Wasser. Selbst ein Olympiaschwimmer hätte vermutlich Schwierigkeiten, ihnen dabei zu folgen.
Solche pfeilschnellen „Ausnahmeathleten“ sind aber eher die Ausnahme und gehören ausnahmslos zu den Kalmaren. Doch wie funktioniert dieser Turboantrieb der Tiere? Wie Tintenfischkundler herausgefunden haben, saugen die Kalmare zunächst eine größere Menge an Wasser in die Mantelhöhle ein. Dann verschließen sie diese und pumpen anschließend mit Muskelkraft das Meerwasser durch einen kleinen Trichter, den Sipho, wieder nach draußen. Der Trichter arbeitet dabei zugleich als Ruder und Gaspedal der Bewegung. Je nach Siphostellung und –größe können die Kalmare Tempo und Schwimmrichtung nach Wunsch variieren.

Zwar benutzen auch fast alle anderen Tintenfische dieses Rückstoßprinzip – vor allem bei Gefahr – doch längst nicht so effektiv. Und sie haben auch andere Möglichkeiten der Fortbewegung entwickelt: der Gemeine Tintenfisch beispielsweise verwendet den Flossensaum seines Mantels zum Schwimmen. Kraken dagegen laufen normalerweise einem Tausendfüfler ähnlich auf ihren Armen über den Meeresboden.
Spielobjekt der Wissenschaftler
Nicht nur Tintenfischkundler interessieren sich für Kalmare, auch die Neurobiologen haben schon vor langer Zeit diese Tiergruppe für sich entdeckt. Dies liegt daran, dass Kalmare Nervenfasern besitzen, die bis zu einem Millimeter groß sind. Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel. Die Begeisterung für die Kalmare wird jedoch dann verständlich, wenn man erfährt, dass die Nervenfasern eines Menschen maximal ein Hunderstel dieser Größe erreichen.