Hunde verblüffen immer wieder mit ihrer geradezu unheimlichen Riechfähigkeit. Sie folgen Geruchsfährten über lange Strecken, erschnüffeln Substanzen in scheinbar fest verschlossenen Behältern – sogar, ob ein Mensch krank ist oder Angst hat, können Hunde riechen.

Hunde riechen, Menschen sehen
Ein Hund, der seinen Rundgang durch die Nachbarschaft macht, gleicht einem Menschen, der neugierig die Zeitung liest: Was gibt es Neues? Wer ist unterwegs? Was ist passiert? All diese komplexen Informationen sind dem Hund zugänglich, weil er chemische Signale dechiffriert, die er auf Wegen, an Bäumen und Laternen findet.
Dem Menschen ist diese Erlebniswelt versperrt, wohl deshalb, weil er sich seine Informationen über das soziale Umfeld vor allem visuell beschafft. Gegenüber dem Sehen hat das Riechen beim Menschen an Bedeutung verloren. Doch auch die Nase des Menschen ist ein leistungsfähiges Sinnesorgan, das höchst komplexe Duftmischungen erkennen und zum Gehirn weiterleiten kann.
Ratten und Mäuse im Experiment
Was auf molekularer Ebene geschieht, wenn Menschen und andere Säugetiere riechen, ist in den vergangenen 20 Jahren vor allem an Ratten und Mäusen erforscht worden. Diese Tiere haben ein ausgezeichnetes Riechvermögen, und sie können sowohl mit molekularbiologischen als auch mit verhaltensbiologischen Methoden untersucht werden.