Das Hot Spot-Szenario kann zwar erklären, warum ein Vulkan weit abseits der Plattengrenzen entsteht, wie aber kann ein einziger solcher Hot Spot eine mehrere tausend Kilometer lange Inselkette aus dem Boden schießen lassen? Hier kommt die Plattentektonik ins Spiel.
Die Pazifische Platte auf der auch Hawaii liegt, driftet jährlich mit einem Tempo von acht bis zehn Zentimetern von Südost nach Nordwest. Da der Hot Spots aber – so ein Dogma der Geologie – stets am selben Ort bleibt, frisst der „Schweißbrenner“ immer neue „Löcher“ in die Erdkruste und lässt an der Oberfläche mit der Zeit eine ganze Reihe von Vulkaninseln wachsen.
Nur die Vulkane direkt über dem Hot Spot sind aktiv. Ältere, erloschene Vulkane, die „Huckepack“ auf der Platte mitfahren, wandern von dem heißen Flecken weg. Dabei werden sie im Laufe der Jahrmillionen wieder kleiner. Dies liegt zum einen daran, dass sie von Wasser und Wind abgetragen werden.
Professorin Helga de Wall von der Universität Würzburg, die schon seit langem den Hot Spot-Vulkanismus auf Hawaii erforscht, nennt noch einen anderen Faktor: „Während die relativ jungen Vulkane noch als Inseln aus dem Meere herausragen, sind die älteren aufgrund ihres Eigengewichtes so tief in den Meeresboden eingesunken, dass sie unterhalb des Meeresspiegels liegen“, ergänzt.