Künstliche Intelligenz und autonome Systeme sind im Trend: Lernfähige Algorithmen helfen bei der Sprach- und Gesichtserkennung, steuern Drohnen und selbstfahrende Autos und helfen Medizinern dabei, Krankheiten zu diagnostizieren. Selbst als Chemiker, Astronomiehelfer und im Wortgefecht mit einem Menschen schlagen sich die Maschinenhirne inzwischen wacker.

Fließender Übergang
Es ist daher kein Wunder, dass auch das Militär längst KI-Systeme für sich entdeckt hat. Schon jetzt sind viele Drohnen, Raketenabwehrsysteme oder Waffen mit Hightech-Steuerungen und halbautonomen Funktionen gespickt. Unbemannte Fluggeräte beispielsweise navigieren selbständig an ihren Einsatzort und fahnden dort mittels Bilderkennung nach dem einprogrammierten Ziel. Bevor eine solche Drohne allerdings Bomben abwirft oder Schüsse fallen, muss der Feuerbefehl von einem Menschen erteilt werden – noch.
In Zukunft jedoch könnte diese Entscheidung von einer künstlichen Intelligenz getroffen werden. Den Befehl zum Töten gibt dann nicht mehr ein Mensch, sondern eine Maschine. Innerhalb von Sekundenbruchteilen wertet sie die Informationen ihrer Sensoren aus, gleicht sie mit Zielvorgaben ab und entscheidet danach, ob das Objekt vor ihr eine heranrasende Rakete, ein feindlicher Soldat, Panzer oder anderes legitimes, ihrer Programmierung entsprechendes Ziel ist.
Gut 380 Systeme gibt es schon
Was wie Science-Fiction klingt, ist in den Labors und Versuchsanlagen der Militärs bereits Realität. „Wir sehen, dass die Aufrüstung in jedem Schauplatz des Krieges stattfindet – in der Luft, im Wasser, unter Wasser und zu Land“, sagt KI-Experte Toby Walsh von der University von New South Wales. „In allen diesen Bereichen sind Prototypen von autonomen Waffen in der Entwicklung.“