Was aber bedeuten diese Erkenntnisse für unseren Zuckerkonsum? Klar scheint: Zu viel Zucker ist in jedem Falle ungesund. Denn die Süßmacher enthalten viele Kalorien, bringen den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht und beanspruchen unser Insulinsystem. Gleichzeitig aber scheint es auch auf die Art des Zuckers anzukommen.

Früchte sind gesund, zugesetzter Fruchtzucker aber nicht
Vor allem der einst als gesund gepriesene Fruchtzucker entpuppt sich immer mehr als Missetäter – zumindest, wenn er im Übermaß genossen wird und künstlich zugesetzt ist. Demgegenüber scheint naturbelassenes Obst trotz seines Fructosegehalts diese schädlichen Wirkungen nicht zu haben. „Früchte enthalten neben der Fructose jede Menge wichtige Spurenelemente, Vitamine und Ballaststoffe – ihr Genuss ist gesund und sicher“, sagt Peter Mirtschink von der ETH Zürich.
Anders dagegen bei Fertiggerichten und Getränken, denen Fructose oder der fructosehaltige Maissirup zugesetzt wurde. „Dieser Überschuss an Fruchtzucker trägt dazu bei, die gesundheitsschädlichen Mechanismen in Gang zu bringen“, so Mirtschink. Er und viele andere Wissenschaftler vermuten daher, dass die rasante Zunahme von Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten in den USA und anderen Industrieländern zumindest teilweise auf diese zugesetzten Süßmacher zurückzuführen ist.
Übergewichts-Epidemie durch Fructose-Sirup?
In den USA und Mexiko wird der Maissirup schon seit den 1970er Jahren von der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eingesetzt. „Der exzessive Konsum von fructosehaltigem Maissirup, wie er in vielen Limonaden enthalten ist, könnte daher ein entscheidender Faktor für diese Epidemie der Fettleibigkeit sein“, konstatiert Nicole Avena von der University of Florida.