Auch saurer Nebel scheint für den Wald eine potentielle Gefahr darzustellen. Und zwar in einem viel größerem Umfang als bisher angenommen. Dies haben im Jahr 2001 Wissenschaftler der Universität Bern in einer neuen Studie belegt. Sie konnten nicht nur genau bestimmen, welche Wassermenge über den Nebel in einen Wald gelangt. Sie haben auch den pH-Wert und die genaue Konzentration der im Nebel enthaltenen Schadstoffe präzise bestimmen.
Als sie die neuen Ergebnisse mit Messungen aus den 1980er Jahren verglichen, ergaben sich überraschende Resultate: Die aktuellen Schwefel- und Stickstoffkonzentrationen im Nebel lagen deutlich über denen von vor 20 Jahren und hatten ihn noch saurer gemacht. Woher dieser Anstieg der Schadstoffe trotz verbesserter Filtertechnik in den Kraftwerken und Industriebetrieben stammt, ist noch nicht endgültig geklärt.
Für die höheren Stickstoffwerte könnte nach Ansicht der Berner Geografen aber eine starke Zunahme des Straßenverkehrs seit 1990 verantwortlich sein. Die enormen Schwefelkonzentrationen führen die Wissenschaftler dagegen auf die unmittelbare Nähe zum Großraum Zürich mit seinem gut ausgelasteten Flughafen zurück.
Sonnenlicht erzeugt brisantes Gas
Das so genannte bodennahe Ozon ist ein weiterer Faktor, der bei der Entstehung von Waldschäden eine wichtige Rolle spielt. Es entsteht immer dann in größeren Mengen, wenn Stickoxide mit Sauerstoff unter dem Einfluss des Sonnenlichts reagieren.