Auch wenn der Rohstoffreichtum der Arktis gerade zu einem Run auf die Ressourcen einzuladen scheint – längst nicht jeder darf hier mitspielen. Denn im Prinzip sind die Territorien in der Arktis klar zugeteilt. Weite Teile der Schelfgebiete gehören den fünf Anrainerstaaten Russland, den USA, Kanada, Norwegen und Dänemark über Grönland.
Wer dabei wie viel Anteil bekommt und wo, regelt das internationale Seerechts-Übereinkommen (SRÜ). Nach diesem gehört jeweils ein zwölf Seemeilen breiter Streifen vor der Küste jedes Landes zum nationalen Territorium. Noch weiter nach außen reicht die sogenannte ausschließliche Wirtschaftszone. Sie erstreckt sich vom Land 200 Seemeilen weit ins Meer hinaus und beinhaltet das Recht, alle natürlichen Ressourcen in und unter diesem Gebiet auszubeuten.

Aquavit gegen Whiskey
So weit klar, scheint es. Doch in der Praxis gibt es selbst bei diesen Gebieten erste Konflikte. So streiten sich Dänemark und Kanada seit Jahren um die Hans-Insel – ein gerade einmal zwölf Quadratkilometer kleines, kahles und unbewohntes Eiland zwischen der kanadischen Ellesmere-Insel und der Nordwestküste Grönlands.
Weil die Insel genau zwischen beiden Territorien liegt, gibt es bisher keine Einigung, wem sie gehören soll. Seit Jahrzehnten tragen die beiden Länder dabei ihren Streit auf ziemlich skurrile Art aus: Jedes Mal, wenn eine kanadische Expedition an der Insel vorbeikommt, pflanzt sie die Ahornblatt-Flagge auf und deponiert daneben eine Flasche kanadischen Whiskeys. Kommen dann Grönländer vorbei, wird die Flagge gegen eine dänische getauscht und statt des Whiskeys eine Flasche Aquavit deponiert.