Knapp 15 Millionen Quadratkilometer Landfläche der Erde sind heute mit Eis bedeckt. 99 Prozent dieser Eismassen befinden sich in den gewaltigen Schilden Grönlands und der Antarktis. Der „kümmerliche“ Rest wartet in Form von Gletschern in den Hochgebirgen auf bessere, oder genauer gesagt kältere Zeiten.
Denn in der 4,6 Milliarden Jahre dauernden Erdgeschichte hat es regelmäßig Phasen gegeben, in denen viel mehr Eis auf unserem Blauen Planeten zu finden war als im 21. Jahrhundert. Während der letzten großen Eiszeit, vor circa 20.000 Jahren beispielsweise, lagen gigantische Eismassen auf Nordamerika und Nordeuropa. An manchen Stellen war das Eis damals mehrere Kilometer dick. Es gab sogar Phasen in der „Teenagerzeit“ der Erde vor einigen Milliarden Jahren, in denen sie eher einem gigantischen kosmischen Schneeball glich als unsererem so vertrauten Heimatplaneten. Bis auf den Grund der Ozeane war die Erde damals eingefroren.
Dazwischen kam es aber immer wieder zu Jahrmillionen langen Perioden, in denen die Temperaturen deutlich über den heutigen lagen und die gewaltigen Eismassen wieder abtauten. Im Jura oder in der Kreidezeit beispielsweise war die Erde für Millionen von Jahren komplett eisfrei. Der Meeresspiegel lag damals mehr als 100 Meter höher als heute und große Teile der Kontinente waren unter den Wassermassen verschwunden. Die Erde glich in diesen Epochen der Erdgeschichte beinahe einer Wasserwelt.
Seit etwa 10.000 Jahren befinden wir uns nun in einer Warmzeit, die den Menschen und Tieren, ja der gesamten Natur, angenehme Lebensbedingungen bietet. Aufgrund des vom Menschen mit verursachten globalen Temperaturanstiegs in den letzten Jahrzehnten befinden sich die verbliebenen Eismassen in vielen Teilen der Welt sogar auf dem Rückzug.