Stundenlang sind die NABU-Wolfsscouts jetzt schon in der winterlichen Kälte unterwegs. Die Bedingungen sind ideal: Vergangene Nacht hat es geschneit. Die Köpfe sind gesenkt und ihre Blicke tasten den Boden ab. Denn was sie suchen, ist kaum größer als zehn Zentimeter: Wolfsspuren.
Spuren im Schnee

Viele Menschen fürchten den Wolf und einige Jäger würden das Tier beim ersten Anblick am liebsten sofort erschießen, doch die „Wolfscouts“ suchen regelrecht die Begegnung mit dem Raubtier. Doch wie verläuft ein Treffen zwischen Wolf und Mensch?
In freier Wildbahn ist es fast unmöglich zufällig einem Wolf zu begegnen. Die Tiere sind extrem menschenscheu und verschwinden sofort, wenn sie jemanden aus der Ferne wittern. Haben die Fährtensucher endlich einen Abdruck entdeckt, versuchen sie daher der Spur zu folgen oder sich auf die Lauer zu legen. Angst brauchen sie nicht zu haben: Ein gesunder Wolf greift keinen Menschen an. Seine Furcht vor den Zweibeinern ist viel größer als jegliche Neugier oder Angriffslust.
Berichte über angebliche Wolfsattacken beruhen meist auf einem Missverständnis, denn viele der Übergriffe werden von Wolf-Hund Mischlingen begangen, da diese weit weniger Angst vor Menschen haben. Dennoch: Wie jedes andere Tier kann auch der Wolf gefährlich für den Menschen werden, wenn er Tollwut hat.