Auch dort, wo nicht „Geo“ draufsteht, kann durchaus Geo drin sein: Viele Wissenschaftler, die man landläufig nicht mit den Geowissenschaften verbinden würde, gehören sehr wohl zu den „Erforschern des Systems Erde“.
An der Grenze zwischen den Geo- und den Biowissenschaften bewegen sich beispielsweise die Paläontologen. Sie erforschen alles, was mit der Entwicklungsgeschichte des Lebens auf der Erde zusammenhängt. Oder, anders ausgedrückt: Sie suchen nach den Spuren jener Experimente, die die Natur im Laufe der Erdgeschichte mit den Lebewesen durchgeführt hat.
Weil dieses Experiment der Natur – die Evolution – zwar noch anhält, sich der größte Teil seiner Geschichte aber über Millionen und Milliarden von Jahren erstreckt, sind die Paläontologen auf jene Spuren und Indizien angewiesen, die die Natur ihnen in und auf der Erde hinterlassen hat: Fossilien, die von vergangenen Lebensformen künden, Gesteinsformationen, die die Umgestaltungen der Erdoberfläche konserviert haben oder auch winzige Gasblasen im Gestein, die ihnen Hinweise auf die Atmosphäre und das Klima der Vergangenheit liefern.
Doch die Paläontologen beschränken sich keineswegs darauf, fein säuberlich den jeweiligen Ist-Zustand einer erdgeschichtlichen Epoche aufzuzeichnen, sie wollen auch die Ursachen für bestimmte Entwicklungen erforschen. Dazu gehören sowohl die Veränderungen von Organismen als auch diejenigen der Umwelt, in der sie lebten.