Man könnte vermuten, dass dem hier abgebildeten Toten die große Amphore wegen ihrer schönen Verzierungen oder eines leckeren Inhalts mitgegeben wurde. Doch weit gefehlt: In dem schmucken Gefäß befand sich profanes Schweinefett. Uns erscheint dies nicht sonderlich nützlich, aber für die Menschen, die in der Bronzezeit in Sachsen-Anhalt lebten, war dies offenbar eine wertvolle Beigabe. Bis heute können solche Keramikgefäße einiges über die Ernährungstrends der damaligen Kulturen verraten.
Eine gesunde Ernährung kann Spaß machen. Weniger Spaß macht es allerdings, seine Suppe mit einer Gabel zu essen, ein Brot in einer Schüssel zu schmieren oder Milch aus einer Blumenvase zu trinken. Aus diesem Grund passen Menschen die Form ihres Geschirrs schon seit jeher an den Inhalt an. Auch umgekehrt kann man aus der Form etwa einer prähistorischen Keramik-Amphore auf ihre einstige Verwendung schließen. Auch verzierte Gefäße sind häufig also mehr, als nur hübsch anzusehen.
Das Fett gibt Auskunft
„Welche ideologischen Bedeutungen auch immer durch diese klar erkennbaren Keramiktypen ausgedrückt worden sein mögen, sie wurden hergestellt, um den täglichen Bedarf zu decken, wahrscheinlich als Mittel zum Aufbewahren, Kochen und Servieren von Lebensmitteln“, erklären Adrià Breu von der Autonomen Universität Barcelona und seine Kollegen. Deshalb sei es naheliegend, dass sich die über die Jahrtausende wechselnden Ernährungstrends in bestimmten Regionen auch in den jeweils genutzten Bechern, Schüsseln und Töpfen widerspiegeln.