Mit seinen zarten „Blütenblättern“ aus strahlendem Gold, Rot und Rosa macht der Rosettennebel auf dieser Aufnahme seinem Namen alle Ehre und erinnert an eine kosmische Rose. Nie zuvor wurde dieses 130 Lichtjahre große Gebilde aus Staubtürmen und hell leuchtenden Sternen detaillierter fotografiert. Doch ähnlich wie eine echte Rose wird auch der Rosettennebel nicht ewig währen.
Kosmische Nebel sind die Paradiesvögel des Weltalls. Befinden sich in ihrer näheren Umgebung Sterne, dann lassen diese die Gase und den Staub der Nebel wie ein knallbuntes Feuerwerk erstrahlen. Dies geschieht beispielsweise, wenn die Nebel das Sternenlicht reflektieren oder auch, wenn die energiereiche Strahlung junger, massereicher Sterne die Atome und Moleküle des Nebels anregt. Dadurch senden diese dann ihrerseits Strahlung aus.
Rose und Kreißsaal zugleich
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel eines solchen durch Anregung leuchtenden Nebels ist der oben abgebildete Rosettennebel. Er liegt etwa 5.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Einhorn und hat einen Durchmesser von 130 Lichtjahren. Die feurigen Gas- und Staubschwaden, die vom ausgehöhlten Kern des Nebels wegzustreben scheinen, erinnern optisch an die Blütenblätter einer Rose – daher der Name.
Doch der Rosettennebel kann weitaus mehr als nur schön aussehen: Vor zwei Millionen Jahren ist in seinem ehemals dichten Gaskern eine ganze Sternenfamilie entstanden – der offene Sternhaufen NGC 2244. Als die Sternenkinder zu massereichen Sternen heranwuchsen, erzeugten sie so starke Winde, dass sie ein Loch in das Herz des Nebels wehten – das Zentrum der kosmischen Rose. Aus diesem Loch lugen die stellaren Urheber auf der obigen Aufnahme als bläuliche Lichtpunkte hervor.