Bemerkenswerter Fund: In China haben Paläontologen eine 520 Millionen Jahre alte versteinerte Larve entdeckt – eine Vorfahrin heutiger Arthropoden wie Insekten, Spinnen und Krebse. Das Tier ist außergewöhnlich gut konserviert und zeigt selbst Details seiner inneren Organe wie Hirnregionen und Verdauungsdrüsen. Die kambrische Urzeit-Larve könnte nun dabei helfen, die Evolution früher Gliederfüßer zu enträtseln, wie das Team in „Nature“ berichtet.
Gliederfüßer, fachsprachlich Arthropoden, sind die geheimen Herrscher des Tierreichs. Mit über einer Million Arten macht diese Tiergruppe, der unter anderem die Insekten, Krebse, Skorpione und Spinnen angehören, über drei Viertel aller bekannten Tierarten aus. Die Ursprünge dieser Erfolgsgeschichte liegen im Zeitalter des Kambriums vor über 500 Millionen Jahren. Damals entwickelten sich die ersten Ur-Gliederfüßer, die Vorfahren aller heutigen Arthropoden.

Eine einzigartige fossile Larve
Doch wie sehr ähnelten diese Ur-Gliederfüßer bereits ihren heutigen Nachfahren und wie sah ihr Leben aus? Antworten darauf können seltene Fossilien aus der Zeit der ersten Arthropoden liefern. Einige der bisherigen Funde sind dabei sogar so gut erhalten, dass sie neben dem Panzer des Tieres auch dessen Nervensystem und Gehirn konserviert haben. Doch viele Details ihres Bauplans und ihrer Entwicklung bleiben weiterhin unbekannt – auch weil Jugendstadien dieser Tiere weitgehend fehlen.
Jetzt liefert ein neuer Fund aus der Yu’anshan-Formation im Süden Chinas nähere Einblicke. Dort sind Paläontologen um Martin Smith von der britischen Durham University erstmals auf die 520 Millionen Jahre alte versteinerte Larve eines Ur-Gliederfüßers gestoßen. Das Fossil ist gerade einmal so groß wie ein Mohnsamen.