Forscher haben 71 neue Genvarianten identifiziert, die das Risiko für chronisch-entzündliche Darmkerkrankungen erhöhen. Einige dieser Genveränderungen liegen in Erbgut-Regionen, die auch bei Autoimmun-Erkrankungen verändert sind. Das bestätige die Vermutung, dass auch Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auf ein überaktives Immunsystem zurückgingen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature“.
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Über 2,5 Millionen Menschen weltweit sind von chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten betroffen. Bei dieser Art von Krankheiten löst das Immunsystem normalerweise eine anhaltende Entzündungsreaktion im Darm aus, die die Darmwand beschädigt und zu Durchfall und Bauchschmerzen führt. Die Betroffenen benötigen dann eine lebenslange medikamentöse Behandlung und oft chirurgische Eingriffe, um Gewebeschädigungen, die durch die Krankheit verursacht werden, zu beheben. Um diesen Menschen zu helfen, suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach den krankheitsauslösenden Genen.
In einer der größten jemals durchgeführten wissenschaftlichen Studien konnte ein internationales Team nun ein neues Licht auf die genetischen Ursachen von chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten (CED) werfen. In einem ersten Schritt führten die Forscher eine Metaanalyse von 15 vorherigen Studien zu Morbus Crohn (CD) und Colitis Ulcerosa (UC), den zwei häufigsten Formen von CED, durch. Die Ergebnisse sind Teil einer zweiten Metaanalyse, die die Daten von neuen genomweiten Untersuchungen von mehr als 41.000 DNA-Proben von Morbus Crohn- und Colitis Ulcerosa-Betroffenen und gesunden Vergleichsgruppen umfasst, die in elf Forschungszentren auf der ganzen Welt durch das Internationale IBD Genetik Konsortium gesammelt wurden.