Frühe Herrscher der Ozeane: Die ersten Meeressaurier eroberten die Ozeane deutlich früher als bislang angenommen, wie nun 250 Millionen Jahre alte Fossilfunde von der Insel Spitzbergen zeigen. Die Ichthyosaurier-Knochen stammen aus der Zeit „kurz“ nach dem großen Massenaussterben am Ende des Perm, waren aber schon an das Leben im offenen Meer angepasst. Demnach müssen die ersten Reptilien schon vor dieser Katastrophe vom Landleben ins Meer gewechselt sein.
Zu Zeiten der Dinosaurier waren Meeresreptilien die unangefochtenen Herrscher der Ozeane. Zu ihnen gehörten unter anderem die wendigen Ichthyosaurier, die ein wenig an heutige Delfine erinnern. Sie waren wahrscheinlich geschickte Jäger und brachten außerdem ihre Jungen lebend zur Welt.
Doch wann genau sich die landlebenden Vorfahren dieser Meeresreptilien einst für ein Leben im Wasser entschieden, ist immer noch unklar. Die bisherige Theorie: Nach dem großen Massenaussterben am Ende des Perm-Zeitalters vor 252 Millionen Jahren waren in den Weltmeeren zahlreiche ökologische Nischen freigeworden. Einige landlebende Reptilien passten sich daher schrittweise an ein Leben im Wasser an und füllten die Nischen wieder.

Ein „unmöglicher“ Ichthyosaurier
Paläontologen um Benjamin Kear von der schwedischen Universität Uppsala haben nun Fischsaurier-Knochen geborgen, die diese Theorie in Frage stellen. Die neuen Fossilien stammen aus der Vikinghøgda-Formation auf der norwegischen Insel Spitzbergen. Die Überreste des Ichthyosauriers bestehen aus elf gelenkigen Schwanzwirbeln und mehreren Knochenfragmenten. Mit einer geschätzten Körperlänge von drei Metern war er außerdem kein Winzling.