Interkontinentale Verbindung: In Alaska haben Paläontologen Fußspuren von zwei Dinosaurierarten entdeckt, die so noch nie zusammen gefunden wurden. Es handelt sich um Abdrücke von Entenschnabel-Dinosauriern und den ungewöhnlichen Therizinosauriern – einer vor allem in Asien verbreiteten Dino-Gruppe. Das gemeinsame Vorkommen beider Arten könnte bestätigen, dass Alaska und die Beringstraße in der späten Kreidezeit ein wichtiger Durchgangsweg für Dinosaurier war.
Während der späten Kreidezeit herrschte selbst in Alaska ein mildes Klima. Im Gebiet des heutigen Denali-Nationalparks lag damals ein ausgedehntes Flussdelta mit vielen Wasserarmen und einer reichen Vegetation. Dass sich damals vor allem viele pflanzenfressende Dinosaurier an diesen Pflanzen gütlich taten, das belegen tausende von Fußspuren und viele Fossilien, die Paläontologen dort gefunden haben. Die meisten ihnen stammen von Hadrosauriern, die wegen ihres schnabelartigen Mauls auch als Entenschnabel-Dinosaurier bekannt sind.
Spuren im Urzeit-Schlamm
Vor einigen Jahren jedoch entdeckten Anthony Fiorillo vom Perot Museum of Nature and Science in Texas und seine Kollegen im Denali-Nationalpark einen sehr ungewöhnlichen Fußabdruck. Denn er stammte nicht von einem Hadrosaurier, sondern von einem der vor allem aus Asien bekannten Therizinosaurier. Diese exotischen und schwer einzuordnenden Urzeit-Echsen ähneln Raubdinosauriern, könnten aber zu Pflanzenfressern geworden sein.
Jetzt haben die Paläontologen noch weitere Fußspuren der Therizinosaurier entdeckt – in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hadrosaurier-Abdrücken. „Neben den zahlreichen dreizehigen Hadrosaurier-Spuren haben wir mindestens 31 vierzehige Abdrücke entdeckt“, berichten die Forscher. Deren Form und Größe spreche dafür, dass es sich um Spuren von Therizinosauriern handelt.