Viraler Helfer: Weltweit sterben Frösche und Kröten an einer tödlichen Pilzkrankheit. Doch jetzt könnten Biologen einen Gegenspieler dieser globalen Amphibienseuche gefunden haben. Bei DNA-Analysen des Pilzes Batrachochytrium dendrobatidis haben sie ein Virus entdeckt, das diesen Pilz befällt. Im Normalfall scheint dieser Erreger zwar die Ausbreitung des Chytridpilzes sogar zu beschleunigen. Doch mithilfe von Genmanipulationen könnte das Virus auch zu einem Gegenmittel umfunktioniert werden, wie das Team in „Current Biology“ berichtet.
Amphibien kämpfen weltweit gegen Lebensraumverlust, Umweltschäden sowie den Klimawandel. Noch dazu werden sie durch eine tödliche Pilzerkrankung dezimiert. Die von dem Pilz Batrachochytrium dendrobatidis – kurz Bd – verursachte Amphibienseuche befällt die Haut von Fröschen und Kröten, was ihren Stoffwechsel, ihren Elektrolythaushalt und ihre Atmung stört und letztlich zum Tod der Tiere führt.
Der Chytridpilz Bd stammt ursprünglich aus Asien, wo unter anderem durch den Amphibienhandel ein neuer, besonders aggressiver Stamm des Pilzes entstanden ist. Dieser hat sich dann rasant über die gesamte Welt ausgebreitet. Mehr als 500 Amphibienarten verzeichnen seither einen Populationsrückgang, 90 Arten könnten wegen des Pilzes sogar bereits ausgestorben sein. Bisher gibt es kein Heilmittel gegen die Seuche.
Spurensuche im Genom des Bd-Pilzes
Nun ist möglicherweise Abhilfe in Sicht: Ein Wissenschaftlerteam um Rebecca Clemons von der University of Michigan hat durch Zufall einen möglichen Weg gefunden, den Pilz unschädlich zu machen und die Amphibienpandemie zu beenden. Die Biologen entdeckten ein Virus, das einige Stämme des Pilzes infizieren kann. Bisher waren zwar schon einige pilzbefallende Viren bekannt. Allerdings infizieren nur wenige davon die Pilze, die Krankheiten bei Tieren auslösen können.