Frühes Grün: Höhere Pflanzen eroberten die irdischen Landflächen offenbar früher als angenommen. Sie könnten schon vor rund 444 Millionen Jahren weit verbreitet gewesen sein, wie Isotopenanalysen urzeitlicher Sedimente in Südchina nahelegen. Damit erlebte die Landvegetation ihren ersten großen Schub nicht erst im Devon, sondern möglicherweise schon zu Beginn des Silur – rund 14 bis 25 Millionen Jahre vor den ältesten bekannten Gefäßpflanzen-Fossilien, wie Forscher in „Science Advances“ berichten.
Die Besiedlung der urzeitlichen Landmassen durch die ersten Pflanzen war ein Meilenstein der Erdgeschichte. Denn dies veränderte geochemische Kreisläufe, brachte einen weiteren Sauerstoffschub für die Atmosphäre und schuf ganz neue Lebensräume und Nahrungsketten.
Genvergleiche legen nahe, dass die ersten moosartigen Pflanzen schon vor rund 515 Millionen Jahren an Land präsent waren. Wann jedoch die ersten Gefäßpflanzen folgten, ist strittig. Den DNA-Datierungen zufolge könnten die ersten höheren Landpflanzen zwar schon vor 470 Millionen Jahren entstanden sein, die ältesten Fossilien von Gefäßpflanzen sind jedoch erst rund 420 Millionen Jahre alt. Bisher galt daher erst das Devon als das erste Zeitalter der Gefäßpflanzen.

Quecksilber als Zeitzeuge
Doch dem widersprechen nun neue Daten aus Südchina. Wei Yuan von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und seine Kollegen hatten dort nach indirekten Indizien für die Präsenz höherer Landpflanzen gesucht. „Solche indirekten Fingerabdrücke von Landpflanzen in Form von anorganischen und organischen geochemischen Markern können in Sedimenten gefunden werden“, erklären sie. Einer dieser Marker sind Quecksilber-Isotope, deren Verhältnis anzeigt, ob sie aus der Luft und Landpflanzen oder aber aus dem Wasser und Boden stammen.