Dass Brieftauben den Weg zum heimischen Schlag zuverlässig wieder finden, ist nicht neu. Ein internationales Forschungsteam hat nun erstmals die Gehirnaktivität von frei fliegenden Brieftauben untersucht und legt so die Basis für das neurologische Verständnis für ihre erstaunliche Orientierungsleistung. Ein erstaunliches Ergebnis der Studie: Stößt eine Brieftaube auf dem Heimweg auf ein bekanntes auffälliges Geländemerkmal, steigt die Hirnaktivität – es gibt ein neuronales Gewitter. Offenbar nutzen die Tauben zur Orientierung auch visuelle Eindrücke.
Der für die Untersuchungen eigens entwickelte Mini-Neurologger ermöglicht es, elektrophysiologische Analysen nun auch an Tieren in freier Wildbahn durchzuführen, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Current Biology“.
Wie sich Brieftauben orientieren und wie sie aus großen Distanzen zurück in ihren Taubenschlag finden, ist auch heute noch ungeklärt. Bekannt ist lediglich, dass Brieftauben unter anderem mit Hilfe des Erdmagnetismus und des Sonnenstands navigieren. Zur Diskussion steht auch die Orientierung über olfaktorische Elemente.
Mini-Neurologger legt Gehirnaktivität offen
Eine internationale Forschungsgruppe hat nun erstmals die Gehirnaktivität von frei navigierenden Brieftauben analysiert. Dazu entwickelte und baute Alexei Vyssotski von der Universität Zürich einen speziellen, zwei Gramm leichten Mini-Neurologger, der die Hirnaktivität der fliegenden Taube aufzeichnet. Die exakte Flugroute wird zudem mit einem ebenfalls von der Forschungsgruppe entwickelten tragbaren GPS-Logger festgehalten.