Das Verhältnis zum eigenen Körper ist ein Schlüssel für erfolgreiches Abnehmen. Das zeigt eine einjährige Diätstudie an 239 übergewichtigen Frauen. Probandinnen, die eine gezielte Beratung und Therapie zur Verbesserung ihres Körpergefühls erhielten, fiel es leichter, diszipliniert zu essen. Sie nahmen im Durchschnitt drei Mal mehr ab als Teilnehmerinnen, die nur eine Beratung zur gesunden, kalorienarmen Ernährung erhalten hatten.
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In Deutschland gelten knapp 70 Prozent der Männer und knapp 60 Prozent der Frauen als übergewichtig – ihr Body Mass Index liegt bei 25 und höher. Das belegen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Gleichzeitig haben in den letzten Jahren zahlreiche Studien ergeben, dass Probleme mit dem eigenen Körperbild ein wichtiger Auslöser für Essstörungen und damit auch übermäßiges Essen sind. Die Frage, ob jemand seinen Körper hässlich oder schön findet und ob dieser der Idealvorstellung von einem selbst genügt, ist dabei nur ein Aspekt. Möglicherweise noch wichtiger ist nach Einschätzung der Forscher der Stellenwert des Aussehens für das Selbstbild. Je stärker die Fixierung auf das Äußere, desto eher bestehe das Risiko für Essstörungen.
„Probleme mit dem Körper-Selbstbild sind bei Übergewichtigen gängig, sie führen oft zum Trostessen und eingefahrenen Essensmustern, die Hindernisse für das Abnehmen darstellen“, erklärt Pedro Teixeira von der Technischen Universität Lissabon. Es gebe daher einen starken Zusammenhang zwischen Verbesserungen des Körpergefühls und positiven Veränderungen des Essverhaltens. Besonders wichtig sei dabei auch das Verlieren der Angst vor dem „was andere Leute über einen denken“.