Kosmische Lebensbringer: Kometen könnten die entscheidenden Bausteine der Erbmoleküle RNA und DNA auf die Erde gebracht haben. Denn wie ein Experiment belegt, entstehen unter sehr kalten Temperaturen, niedrigem Druck und UV-Bestrahlung im Kometeneis die Zucker, aus denen die Erbmoleküle aufgebaut sind: Ribosen. Dieses Ergebnis liefert ein weiteres Indiz dafür, dass Kometen und Meteoriten die ersten Lebensbausteine auf die Erde genracht haben könnten, so die Forscher im Fachmagazin „Science“.
Schon länger gibt es die Vermutung, dass Einschläge von Kometen und Meteoriten Wasser und wichtige Lebensbausteine auf die junge Erde brachten. Indiz dafür ist der Nachweis von DNA-Basen in Meteoritenproben, von Alkohol und anderen organischen Verbindungen im Kometen Lovejoy und nicht zuletzt die Tatsache, dass selbst intakte DNA einen Aufenthalt im Weltraum überstehen kann.
Junges Sonnensystem im Labor
Jetzt haben Cornelia Meinert von der Universität Nizza und ihre Kollegen einen weiteren Baustein des Lebens im Kometeneis nachgewiesen. Dieses stammte allerdings nicht aus dem All, sondern wurde im Labor erzeugt und dann weltraumähnlichen Bedingungen ausgesetzt. Sie platzierten dafür eine Mischung aus Staubkörnchen, Wassereis, Methanol und Ammoniak bei minus 200 Grad Celsius in einer Vakuumkammer und bestrahlten das Ganze mit UV-Licht.
„Unser Szenario basiert auf der Annahme, dass Planetesimale im Sonnensystem aus der Aggregation von eisigen Staubkörnchen entstanden“, erklären die Forscher. „Im jungen Sonnensystem waren diese Körnchen UV-Licht und kosmischer Strahlung ausgesetzt, was zu komplexen chemischen Reaktionen führte.“