Kein Hexenwerk: Britische Forscher haben untersucht, inwieweit Sprichwörter die Intelligenz bestimmter Berufsgruppen zurecht in den Himmel loben. Sprichwörtlich gelten im Englischen Raketenwissenschaft und Neurochirurgie als besonders anspruchsvoll und ihre Akteure daher als besonders intelligent. Doch was ist dran an dieser Zuschreibung? Das Ergebnis der Forscher zeigt: Die Sprichwörter liegen eher falsch.
Um im Englischen auf eine simple Tätigkeit hinzuweisen, haben sich im Laufe der Zeit zwei Redewendungen durchgesetzt: „It’s not rocket science“ und “It’s not brain surgery”. Sie suggerieren, dass die jeweilige Profession besonders komplex ist und eine hohe Intelligenz erfordern. Erstere hat sich vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren in den USA durch die breite Berichterstattung über den Wettlauf ins All durchgesetzt. Warum im Speziellen auf die Arbeit von Hirnchirurgen hingewiesen wird, ist jedoch ungeklärt.
Brain surgery is not rocket science!
Doch wie berechtigt ist es, gerade diese beiden Berufe und ihre Protagonisten als besonders intelligent herauszustellen? Unklar ist auch, welche der beiden Berufsgruppen in Sachen Komplexität die Nase vorn hat – ob man beispielsweise auch über einen hirnchirurgischen Eingriff sagen könnte, er sei keine Raketenwissenschaft. Ein Team um Inga Usher vom National Hospital for Neurology and Neurosurgery in London hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Frage abschließend zu klären.
„Der Hauptzweck unserer Studie bestand darin, die Debatte ein für alle Mal zu beenden und Raketenwissenschaftlern und Gehirnchirurgen eine Grundlage für ihr Selbstbewusstsein gegenüber der jeweils anderen Partei zu liefern“, so die Forscher.