Drohende Invasion: Biologen haben 66 Tier- und Pflanzenarten identifiziert, die für Europas Artenvielfalt besonders gefährlich werden könnten. Denn diese Spezies sind bei uns nicht heimisch, könnten aber in den kommenden Jahren eingeschleppt werden. Wenn sie sich ausbreiten, wäre dies eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt, so die Warnung der Wissenschaftler.
Ob der räuberische Neuguinea-Plattwurm, die Beifuß-Ambrosie oder Rippenquallen und die Asiatische Strandkrabbe in der Ostsee: In Europa tauchen immer mehr Tiere und Pflanzen auf, die ursprünglich anderswo heimisch sind. Viele von ihnen gelangen als „Blinde Passagiere“ mit dem Schiffsverkehr und dem Ballastwasser von Schiffen zu uns, andere werden durch den Handel mit Exoten bei uns freigesetzt. Zum Problem werden diese invasiven Arten dann, wenn sie sich drastisch ausbreiten und dabei heimische Spezies verdrängen.
Welche Spezies könnten gefährlich werden?
Von welchem potenziell invasiven Arten künftig in Europa die meiste Gefahr droht, hat nun ein internationales Expertenteam ermittelt. Für ihre Studie bewerteten Helen Roy vom Centre for Ecology & Hydrology und ihr Team für mehrere hundert Tier- und Pflanzenarten, wie wahrscheinlich eine Einschleppung in den kommenden Jahren ist und wie negativ die Folgen für die heimische Fauna und Flora wären.

„Die Ankunft invasiver Arten zu verhindern ist die effektivste Art, Bioinvasoren zu bekämpfen“, sagt Roy. „Doch um vorhersagen zu können, welche Arten am ehesten bei uns ankommen und überleben, müssen zahlreiche miteinander verknüpfte ökologische und sozioökonomische Faktoren berücksichtigt werden – auch das Klima und die Handelsrouten.“ Genau dies haben die Forscher nun getan.